Zu Weihnachten – lyrische Texte mit Botschaft

Liebe Blog-Leserinnen und Blog-Leser,

anlässlich des Weihnachtsfestes möchte ich eine Poesiereihe starten. Ich habe dieses Jahr begonnen mein Leben, meine Erlebnisse und die Dinge, die ich daraus gelernt habe lyrisch und poetisch nieder zu schreiben und festzuhalten. Viele Texte handeln über die Bewältigung der Essstörung und meiner Identitätsfindung.

Nehmt euch einen Moment Zeit, setzt euch hin mit einem Tee in eine gemütliche Position und lasst die Worte auf euch wirken. Vielleicht könnt ihr das ein oder anderer für euch heraus ziehen, vielleicht findet ihr den Text einafch nur schön, vielleicht berühren euch stellen. Es kann auch gut sein. dass ihr garkein Empfinden dazu bekommt. Jeder Mensch ist anders, jeder hat seine individuellen Gefühle und Gedanken und diese sind berechtigt, wenn sie da sind.

Diese Texte erzählen Auschnitte meines Lebens und ich möchte sie mit euch teilen.

Ich wünsche allen ein frohes Fest und besinnliche Tage!

Am 1. und 2.Weihnachtsfeiertag werde ich jeweils nochmal einen lyrischen Text bloggen.

Ich beginne die lyrische Reise durch mein Leben mit dem Text mit dem Titel “Meine Welt, Meine Wege!

Viel Spaß eure Annika

 

Meine Welt, Meine Wege

Meine Welt ist bunt,

ich lasse mich fallen.

Meine Welt ist rund,

ich lasse es von den Bergen hallen:

 

“Seht her, wie ich hier stehe,

seht her wie ich meine Wege gehe,

wie ich mich liebe und halte

und mir mein  Leben selber gestalte.”

 

Meine Wege waren steinig und steil,

am Ziele angekommen bin ich heil.

So manche Klippe war hart zu bezwingen,

da musste ich  mich  zum Teil durchringen

Schritt für Schritt weiter zu klettern

und nicht ständig rum zu wettern.

 

Die Einsicht kam,

der Weg kann auch das Ziel sein,

es wurde warm

und die Probleme wurden klein.

 

Auf dem Weg lernte ich mich kennen,

jetzt kann ich mich nicht mehr trennen

von mir und meiner Liebe zu mir selbst,

jetzt gibt es nichts mehr wo du fällst.

Voller Liebe und Energie,

so stark wie noch nie,

gehe ich in jeden Tag,

weil ich meine Welt so gerne mag.

 

So zu sein wie ich bin,

da macht das Leben einen Sinn.

Ich stehe dazu und  mach mein Ding,

da sowieso schon so viel Zeit verging,

wo alles war ein großer Kampf

und  viel Theater um den Mampf.

 

Meine Welt und meine Wege,

gestalte ich mit ganz viel Pflege.

Mit Mut zu Gefühlen

gehe ich voran.

Mit Mut aufzublühen

komm ich heran

an Zufriedenheit und Glück.

Ein wichtiges Lebensstück.

So gehe ich weiter auf meinen Wegen,

damit ich sagen kann :”Das ist MEIN Leben”!

Annika Lausch

Kleine Schritte!

geschrieben von Laura Huber:

Hallo :-)

„Every step you take is a step away from where you used to be“

Habt ihr noch eure Ziele im Kopf für die es sich lohnt zu kämpfen? Vielleicht habt ihr schon angefangen zu kämpfen und vielleicht habt ihr gemerkt, wie schwer es ist. Oft gibt es Tage, an denen man die Ziele ganz weit weg sieht und einfach nur aufgeben will. Aber irgendwie erinnert dieser Spruch, der oben steht daran, dass jeder Schritt zählt. Jeder Schritt für den ihr kämpft, bringt euch einen Schritt weiter. Und wenn dieser Schritt winzig klein ist, ist es trotzdem ein kleiner Schritt in Richtung „Leben“. Vielleicht finden manche Menschen diese Schritte wertlos und zu klein. Aber wichtig ist, dass ihr vorwärts geht und merkt, wie wertvoll jeder noch so kleine Schritt ist, den ihr entgegen der Essstörung geht. Vielleicht gibt es schwere Momente; aber genau dann ist es doch schön, zu sehen, wie viele kleine und große Schritte man schon geschafft hat. Warum sollte dann der nächste Schritt komplett unmöglich sein? Kein Weg geht immer gerade aus und jeder Weg hat seine Stolpersteine. Aber wollt ihr wegen Steinen alle eure Ziele und euch selbst wegwerfen und wieder zurückgehen?  Neue Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen.

Habt ihr diesen Winter schon einen kleinen Spaziergang gemacht? Ich finde das in dieser Jahreszeit total schön, wenn man die kalte Luft spürt und alles ganz bewusst wahrnimmt. Das Leben richtig fühlen. Vielleicht findet ihr in den nächsten Tagen Zeit für einen kleinen Spaziergang und denkt dabei an die schönen Seiten am Leben und an das, was ihr an eurem Weg bisher alles geschafft habt :-)

Zum Schluss will ich heute noch eins loswerden: man verliert oft aus den Augen, wie sehr einen die Essstörung einschränkt. Wenn ich diesen Artikel schreibe, denke ich zum Beispiel die ganze Zeit daran, wie sehr ich mich diesen Advent jeden Morgen freue, wenn ich eine neue Türe im Adventskalender öffne. Letztes Jahr war jedes Stück Schokolade eine Katastrophe. Aber ich glaube, ihr wisst selbst, wie schön es sein kann, wenn man sich nicht verbietet zu essen. Wollt ihr nicht für alle Ziele und alles, was euch die Essstörung genommen hat, kämpfen? Seid ihr bereit wieder zu leben?

 

Eine schöne Adventszeit

Eure Laura

Lieder geben viel!

geschrieben von Laura Huber:

Hallo  :-)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin in den letzten Wochen vor Weihnachten immer stark im Stress, weil so viele Prüfungen in der Schule sind. Trotzdem ist es wichtig, dass wir unser eigenes Leben und unsere Ziele für uns selbst nicht aus dem Blick verlieren. Deswegen habe ich mir überlegt, euch heute zwei Lieder vorzustellen. Vielleicht findet ihr abends mal ein paar ruhige Minuten, hört sie an und trinkt eine Tasse Tee und esst ein paar Kekse dazu und entspannt mal so richtig? Mich berühren beide Lieder sehr und mich haben beide in den letzten Monaten begleitet.

Das erste Lied ist mal wieder von Sarah Connor. Ich finde, man findet in ihren Texten so viel Wahres und so schöne Worte, dass ich euch nach „Anorak“ heute das Lied „Mit vollen Händen“ vorstellen will. Mich erinnert das Lied immer daran, dass wir alle oft viel zu negativ denken und dass wir alle unsere eigenen Ecken und Kanten haben. Aber gleichzeitig wird auch deutlich, dass das eben zu uns gehört. Das Lied zeigt uns wieder, dass sich das Leben dadurch auszeichnet, dass es Gutes und Schlechtes gibt und dass jeder auf seine eigene Art weiterkämpfen soll. Jeder hat Steine auf seinem Weg, aber deswegen sollen wir nicht aufhören, weiterzugehen und unser Leben leben. Am besten hört ihr euch das Lied selbst mal an- ich bin mir sicher, dass es euch auch irgendwie berührt und bestärkt, euren Weg ins Leben zurück zu suchen und zu gehen.  Das Leben ist mehr wert als Aufgeben.

Das zweite Lied heißt „Nothing stays the same“ und ist von Luke Sital-Singh (https://www.youtube.com/watch?v=bac03Zc0tfE). Ich habe von dem Sänger noch nie was gehört, bis mir letztes Jahr jemand, der mir sehr viel Halt gegeben hat von dem Lied erzählt hat. Mir hat das Lied von Anfang an gefallen. Ich höre es immer noch total gerne an, wenn es mir nicht gut geht. Das Leben spielt eben nicht so, wie wir es wollen und manchmal will man einfach nur weinen und traurig sein. Manchmal ist es das einzige, was gut tut; aber danach, erinnert dieses Lied daran, dass das Leben schön  sein kann, auch wenn Steine da sind und nichts gleich bleibt. Ich finde, man kann aus jeder einzigen Zeile in dem Lied so viel herausziehen, dass ich gar nicht mehr dazu schreibe, sondern euch einfach vorschlage, euch das Lied selbst anzuhören. Ich glaube, danach versteht ihr, was ich meine- viel besser, als ich es euch mit Worten umschreiben könnte :)

Ich wünsche euch, dass ich die Zeit findet, euch die Lieder anzuhören und dass sie in euch  auch etwas bewegen :-)

Gebt nicht auf!

Eure Laura

Hope is the thing with feahters

Hier ein weiterer Beitrag von Laura Huber:

Letzte Woche habe ich spontan Bodypump ausprobiert und es war wirklich cool. Zwischendurch  habe ich gedacht, dass es genauso richtig ist. Ich war glücklich, nicht wie letztes Jahr im Krankenhaus zu liegen und Bewegungsverbot zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Jahr später Bodypump ausprobiere und mit einem gesunden Gewicht glücklich bin.

Wenn ich jetzt  die Wahl hätte, zwischen Hungern und Leben- ich würde das Leben nehmen. Wenn ich mich entscheiden müsste: ich würde nie mehr dahin zurück wollen, wo ich vor einem Jahr war. Das Leben ist so viel schöner.

Der Weg sieht schwierig aus. Aber man kann ihn gehen. Und  irgendwann lohnt es sich. Verliert die Hoffnung nicht, dass es sich lohnt zu kämpfen!  Auch, wenn man manchmal aufgeben will. Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

Wenn man nach einem Wettlauf ins Ziel kommt, ist man zwar erschöpft, aber glücklich, weil man es geschafft hat. Habt ihr schon mal ein Wettlaufen gemacht? Wann wart ihr das letzte Mal wirklich glücklich? Wann habt ihr das letzte Mal das Leben gefühlt?

Ich wollte euch mit auf den Weg geben, dass kämpfen und dran bleiben sich wirklich lohnt. Mir ist letzte Woche wieder bewusst geworden, wie viele Chancen das Leben bietet, mit denen man vorher nie gerechnet hat.

Gebt dem Leben eine Chance!

 

“Hope” is the thing with feathers -

That perches in the soul -

And sings the tune without the words -

And never stops – at all -

 

And sweetest – in the Gale – is heard -

And sore must be the storm -

That could abash the little Bird

That kept so many warm -

 

I’ve heard it in the chillest land -

And on the strangest Sea -

Yet – never – in Extremity,

It asked a crumb – of me.

 

(Emiliy Dickinson)

 

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne!

Liebe Grüße

Eure Laura

Food Diarys in Nürnberg

Gestern abend spielte Heidy de Blum, eine ehemalige Patientin von Anad ihr autobiographisches Stück ‘Food Diarys’ vor ihren Kommilitonen im Theatersaal der TU Nürnberg. Eindrückliche, zum Teil richtig abstossende, aber auch bewegende Szenen zum Thema Magersucht und Bulemie wurden gekrönt von einem fulminanten Poetry Slam über den Einfluss von Heidi Klum und GNTM. Der Saal war komplett überfüllt, viele Studenten stellten im Anschluss Fragen zu Heidys eigenem Krankheits- und Heilungsverlauf. Man konnte spüren, dass viele der fragenden zumindest bekannte Menschen mit Esstörungen in ihrem Umfeld hatten, einige sprachen ganz offen über ihre eigenen Esstörungen. Fragen zu Therapieansätzen, Heilungsverläufen und Beratungsstellen wurden von Andreas Schnebel, Gründer von Anad und Frau Dr. Elisabeth Rauh, Chefärztin der Schönklinik Bad Staffelstein beantwortet. Der Bayrische Rundfunk hat das Stück aufgezeichnet. Ihr könnt es Euch am 12.01.2017 im Campus Magazin ARD Alpha ansehen oder auch danach online abrufen. Es lohnt sich!

Food Diarys

IMG_1161

    

Reise zu sich selbst

Hier ein neuer Beitrag von Laura Huber(16):

Als ich zunehmen musste, hat mir jemand gesagt, dass ich doch gar nicht weiß, wie ich mit einem gesunden Gewicht aussehe. Vielleicht würde ich mich dann sogar schöner finden und Frieden mit meinem Körper schließen.

Im ersten Moment hört es sich total blödsinnig an.

Aber: Wenn man seinen Körper wirklich schön findet, quält man ihn doch auch nicht. Und wenn man seinen Körper annimmt, will man nicht immer noch dünner werden.  Man steht nicht im Kampf mit seinem eigenen Körper. Wenn ihr euch jetzt nicht schön findet, woher wollt ihr wissen, wie es mit einem gesunden Gewicht aussieht?

Zunehmen ist schwer, aber stellt es euch doch mal als eine Reise zu euch und eurem Körper vor. Jeder kleine Schritt ist ein Schritt zu euch selbst. Und wenn es eurem Körper besser geht, wenn ihr stärker seid, vielleicht fällt es euch dann auch leichter, euch so anzunehmen wie ihr seid. Je tiefer man in die Essstörung man fällt, desto mehr verliert man sich. Wollt ihr nicht dafür kämpfen, euch und euer Leben wieder zu finden? Es wird ein langer Weg und in irgendeiner Form verändert uns die Krankheit;- aber umso schöner ist es doch, die Suche nach sich selbst und den Zielen im Leben zu suchen und dann zu sehen, wo man steht. Was sich verändert hat und wie man damit umgehen kann. Man findet einen Weg. Wenn man zu sich gefunden hat. Wenn man sich erlaubt, während dem Kämpfen auch mal hinzufallen und dann aber wieder aufsteht.

Mir hat es während dem Zunehmen gut getan, ins Yoga zu gehen. Zu entspannen und nicht gegen meinen Körper zu arbeiten. Es hat mir gut getan, nach langer Zeit ohne Sport  mit leichten und entspannenden Übungen im Yoga wieder mit Bewegung anzufangen. Wenn ihr euch vorstellen könnt, dass euch Yoga auch gut tut, sprecht doch einfach mal mit eurem Arzt ab, ab welchem Gewicht ihr zum Yoga dürftet. Vielleicht dürft ihr direkt anfangen oder ihr stellt euch das Yoga als ein Zwischenziel auf?

Wer weiß, wie man mit einem gesunden Gewicht aussieht? Vielleicht kann man sich dann ja wirklich besser annehmen?

Zunehmen ist schwer und genau deswegen dürft ihr eure Ziele dabei nie vergessen! Wie schön ist es, mit einem belastbaren Körper leben zu können? Sport zu machen und Muskeln aufzubauen? Das Leben wieder leben können?

Ich wünsche euch viel Kraft und Erfolg auf eurem Weg!

Eure Laura

 

Einzig dein Körper, sag es weiter, sag es selbst, bewusst, gesund!

Hiermit möchte ich wieder zurückmelden im ANAD-live Blog.

Ich habe mir für meinen ersten Beitrag nach meiner Pause ein Lied von Sookee ausgewählt. Sookee ist eine deutsche Rapperin, die sich hauptsächlich gegen Homophobie und Sexismus im deutschen HipHop und gegen Rassismus in Deutschland  engagiert.

Ihr Song “ Dein Körper Dein Haus” zeigt meiner Meinung nach ein starkes Statement für die Selbstliebe und  für die Wichtigkeit eines stabilen Selbstwerthauses.

Eine der zwei wichtigstens Dinge, um eine Essstörung hinter sich zu lassen und ein gesundes Leben zu führen.

Hier die Lyrics des Songs (…saugt diese Zeilen auf und lebt sie…):

Sieh dein Körper ist dein Haus

Mach`s dir gemütlich

Richte es ein so wie du willst

Mach die Fassade unverwüstlich

Fühl dich wohl, mach`s dir vergnüglich

Wie schön es ist, wenn man im Glücklich sein gut und geübt ist

Gib alles was du hast und gib all deine Kraft

Das dein Haus schön wird und bleibt  wie am Tag, so in der Nacht

Du hast nur dieses eine Haus, eins aus Liebe gebaut

Es ist einzigartig, ich hab´s mit Liebe erstanden

Lange Zeit wirst du hier wohnen

Freu dich drauf, erfreu dich dran

Man kann´s nicht zu viel betonen

Du bestimmst wer dich besucht

Sprich es aus und sag es weiter

Und dann geht´s dir richtig gut

B:

Dein Haus, Dein Heim

Der schönste Ort, sei gut zu dir

Kein böses Wort, Kein Zeitpunkt scheint mir

Wohl zu früh, um sich im Haus auch wohl zu fühlen

C:

Einzig dein Körper

Sag es weiter,

Sei du selbst, bewusst, gesund (4x)

 

Du und dein Haus

Ihr seid ne Einheit

Beseel die Räume und die Flure

Willst du nicht mit dir allein sein

Schenke dir an jedem Tag

Liebe und Pflege, so wie du gern leben magst

Draußen steht dein Name dran

Drinnen steht dein Bett

So ist das Äußere mit dem Inneren vernetzt

Wärme und Geborgenheit

Gibt dir dein Palast

Gib gut auf ihn Acht

Weil du ihn nur einmal hast

Und der Wunsch nach jedem Glück

Erfüllt sich in der Gesundheit

Geht nie weg und kehrt zurück

Sei du selbst

Du bist es wert

Mach es von Herzen gern

und du machst nichts verkehrt

B 1x

C 4x

Vom Mädchen zur Frau

Von der Tochter zur Mutter

Du bist du selbst

falls du es noch nicht gewusst hast

Du hast alle Möglichkeiten

Weit und breit in dir vereint

Du hast die Chance zu deinem Glück

Die dir keiner mehr entreißt

Manches wirkt sich aus

Doch du wirkst aus dem Inneren

Die Zukunft ist nicht ungewiss, denn du wirst sie bestimmen

Nichts spricht dagegen darüber zu sprechen

Sag es weiter, schenk deinem Haus nun das süßeste Lächeln

C 8x

 

Demnächst möchte ich mit eigenen lyrischen/poetischen Texten zu den Themen “Essstörung loslassen”, ” Identitätsfindung” und anderen eigenen Lebensweisheiten den ANADlive-Blog berreichern.

Bis dahin passt gut auf euer Haus auf!

Eure Annika

 

Zum Thema “Loslassen”

Ein Anstoß zum Nachdenken:

Loslassen ….

Wie wäre es, endlich wieder frei zu sein? Lachen zu können und wieder im Leben zu stehen? Vielleicht ist es an der Zeit, aufzustehen und dafür zu kämpfen?

Ich finde zum Thema „Loslassen“ das Lied „Anorak“ von Sarah Connor sehr schön und ermutigend (hier seht ihr ein Cover von Lea Katharina). Menschen loslassen, die vielleicht mehr verletzen, als dass sie wirklich Halt geben. Die Essstörung loslassen und gesund werden.  Um dann die Sonne  und das Leben wieder zu fühlen. Eine Löwin sein, die sich selbst beschützt, die stark ist und die an sich glaubt.

Hört euch das Lied doch einfach mal an J

Ich wünsche euch viel Kraft und Mut!

Bis Bald

Eure Laura

Ninette Berlin

Guten Morgen, ich bin Mira, neu auf dem Blog hier. Auf der Suche nach Hilfe und Informationen für meine magersüchtige Nichte bin ich auf Anad und dort auf den neuen Comic Ninette Berlin gestossen. Das ist ein interaktiver Comic, der in Berlin spielt und folgenweise über ein in die Magersucht fallendes Mädchen erzählt (im Moment kann man die beiden ersten Folgen im Netz ansehen) Ich finde den Comic ziemlich düster gezeichnet, ziemlich berlinerisch und neugierig machend, wie es weiter geht. Ich fände es interessant, wie Ihr den neuen Comic findet und freu mich von Euch zu hören. Bis bald Eure Mira

 

 

Eine WG-Besichtigung bei ANAD e.V.

Laura Huber (16):

Letzten Donnerstag habe ich eine Wohngruppe von ANAD in München besucht. Zuerst habe ich mich mit Herrn Schnebel über die Entstehung und Geschichte von ANAD unterhalten und anschließend hat mir Frau Stawowski, eine Sozialpädagogin, die WG gezeigt. In diesem Beitrag möchte ich euch meine Eindrücke schildern und die Wohngruppe ein bisschen beschreiben:

In der WG wohnen Mädchen, die an einer Essstörung erkrankt sind, aber einen BMI über 16 haben. Die ersten 6 Wochen ist man zur Probe dort, so kann man zum Beispiel austesten, wie man mit dem Heimweh umgehen kann und ob man überhaupt in die Gruppe passt. Die Bewohnerinnen gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung und wohnen in einer WG, in der sie von Therapeuten und Sozialpädagogen betreut werden. Pro Woche gibt es zwei Einzeltherapiestunden, dazu beispielsweise eine Ernährungstherapiegruppe. An 2 Wochenenden im Monat kann man nach Hause fahren oder alternativ in der WG bleiben.

Neben einem Wohnzimmer, einer Küche mit Essbereich und einem Fernsehraum gibt es auch eine große  Dachterrasse. Die Mädchen teilen sich zu zweit ein Zimmer, das sie selbst dekorieren und gestalten dürfen. Die WG ist sehr groß und hell und ist wirklich sehr schön gestaltet. Besonders gefallen hat mir, dass es in der WG auch die Möglichkeit gibt, Klavier zu spielen oder sein eigenes Instrument mitzubringen. Regelmäßig finden gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Ausflüge in den Englischen Garten, oder Kinobesuche statt. Am Abend finden oft gemeinsame Spiele- oder DVD- Abende statt; man kann sich in der Zeit aber auch zurückziehen und in seinem Zimmer bleiben. Vor kurzem erst haben die Mädchen gemeinsam den Fernsehraum neu gestrichen und aktuell wird ein kleiner Urlaub für die Sommerferien geplant. Die Bewohnerinnen übernehmen im Haushalt Verantwortung, indem sie jede Woche einen anderen Dienst übernehmen, kümmern sich aber auch um das Einkaufen von Lebensmitteln, die sie in einem eigenen Schrank in der Küche aufbewahren. Als ich in der WG zu Besuch war, war es dort sehr leer, weil einige Mädchen unterwegs waren, was zeigt, dass man dort in keinem Fall  „eingesperrt“ ist, sondern die Möglichkeit hat, Hobbys nachzugehen oder Freunde zu treffen.  Ein Punkt, der von einer WG abhalten könnte, ist das Zusammensein mit so vielen anderen  Mädchen, die an einer Essstörung leiden, weil man sich in einigen Momenten sicher gegenseitig runterzieht. Dieses Thema habe ich auch mit Frau Stawowski besprochen. Im Endeffekt kann man immer und überall mit Essstörungen konfrontiert werden- aber man muss in jedem Fall lernen, sich abzugrenzen und aufhören, sich zu vergleichen .Deshalb sollte man das Zusammenleben mit anderen Patienten nicht als Hindernis sehen, sondern als Chance um sich abzugrenzen und zu sich selbst zu finden.

Das Leben in der Wohngruppe ist viel lockerer und abwechslungsreicher, als ich es mir vorgestellt habe und die vielen gemeinsamen Aktivitäten innerhalb der Gruppe machen den Alltag sicher viel lebhafter und schöner. ANAD bietet alle 2 Wochen Informationsveranstaltungen an, um sich Mädchen, die überlegen in eine solche Wohngruppe zu ziehen, vorzustellen. Weil jeder sicher Fragen im Rahmen seiner Überlegungen hat und sich das Ganze vielleicht auch schlecht vorstellen kann, finde ich diese Veranstaltungen sehr hilfreich und würde jedem empfehlen, diese zu besuchen, weil man vor Ort ein ganz anderes und wirklich positives Bild bekommt.

Abschließend möchte ich mich noch bei Herrn Schnebel und Frau Stawowski bedanken, die sich am Donnerstag Zeit für mich genommen haben und mir die WG vorgestellt haben!

Eure Laura