Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg !

Hier ein weiterer Beitrag von Laura Huber(16):

Vor Kurzem war ich gemeinsam mit meiner Mama auf einem Konzert von Frank Turner- etwas, das ich mir lange gewünscht habe, als ich krank war. Damals habe ich alles, was ich noch erleben will und wofür ich kämpfen möchte aufgeschrieben: im Sommer die Sonne auf der Haut und den Wind in den Haaren fühlen, Tanzen, um einen See gehen, an einem Lagerfeuer sitzen, einen Wettlauf mitlaufen, auf ein Konzert gehen…. Einige meiner Ziele durfte ich schon erleben und es hat sich wirklich gelohnt, dafür gegen die Essstörung zu kämpfen. Es gibt so viele schöne Dinge, die das Leben bietet, wenn man sich nicht selbst aufgibt!

Das Lied „Get Better“ von Frank Turner hat mir in der letzten Zeit besonders viel Hoffnung, Kraft und Halt gegeben und ich hoffe, dass es euch auch etwas mit auf den Weg gibt- hört es euch doch einfach selbst an und überlegt euch, wofür ihr aufstehen und kämpfen wollt, denn für jeden gibt es Gründe :-)

Liebe Grüße

Laura

 

You were created for purpose. And no it´s not to be size 0.

Geschrieben von Laura Huber:

Hallo,

Nachdem hier schon lange nichts mehr geschrieben wurde, möchte ich für den Blog schreiben.  Mir hat es viel geholfen, von anderen zu lesen und ich fand es schade, als hier so lange nichts mehr geschrieben wurde. Ich möchte über das Schreiben, was mir geholfen hat und zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen.

Aber erst möchte ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Laura und bin 16 Jahre. Vor einem halben Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich so leben kann, wie ich es mittlerweile tue. Damals war ich in einem Kinderkrankenhaus, weil mein Herz nicht mehr schnell genug schlagen konnte. Während meinem Aufenthalt dort hatte ich Begegnungen mit Menschen, die mich sehr bewegt haben. Ich glaube, es waren viele kleine Steine, die ich von der Woche an gefunden habe und aus denen ich mir meinen Weg zurück ins Leben gelegt habe. Als ich wieder nach Hause durfte habe ich mich gegen einen längeren Klinikaufenthalt in einer speziellen Klinik für Essstörungen entschieden, weil ich gespürt habe, dass ich den weiteren Weg zu Hause schaffen kann. Es war trotzdem sehr schwer- aber ich wollte von da an gesund werden und hatte von vielen Menschen Rückhalt.

„Du bist so viel mehr wert als diese Zahl auf der Waage. Reduziere dich nicht auf diese Zahl- DU bist wichtig.“, hat jemand vor einem halben Jahr zu mir gesagt und jetzt will diese Worte an euch geben. Ihr seid wirklich mehr wert- und vor allem seid ihr wichtig und nicht die Essstörung. Am Anfang ist es schwer, das wirklich zu glauben. Trotzdem ist mein Vorschlag: Warum setzt ihr euch nicht ein paar Minuten nach draußen in die Sonne und lasst euch diese Worte durch den Kopf gehen; ihr seid mehr wert und ihr seid wichtig, auch wenn ihr das im ersten Moment nicht sehen könnt. Ihr seid  mehr wert!

Eure Laura

 

PS: Danke Laura für deinen ersten Beitrag!

Ich darf vorstellen…….!!!!

Liebe ANAD-live BlogleserInnen,

ich möchte euch heute Laura Huber (16) vorstellen.

In Zukunft werdet ihr von Zeit zu Zeit einen Blogeintrag von ihr lesen dürfen. Laura ist vor 1 1/2 Jahren an Magersucht erkrankt. Damals entschied sie sich für eine ambulante Therapie, mit der sie bis zum heutigen Zeitpunkt gelernt hat, Schritt für Schritt ihren Körper wieder zu akzeptieren. Mittlerweile liegt ihr Gewicht wieder in einem gesunden Bereich.

Sie möchte anderen Menschen, die derzeit noch im Kampf mit der Essstörung sind, Mut machen, weiter an sich zu arbeiten, um die Essstörung loslassen zu können.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Laura Huber für ihr Engagement und den Mut, ihre Geschichte und ihre Erfahrungen zu erzählen.

Eure Annika

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Laura Huber (16)

Grosses Fragezeichen

Hallo nach langer Zeit mal wieder!

Ich möchte gerne einen neuen Versuch starten, diesen Blog mit Leben zu füllen. Dafür bräuchte ich Eure Unterstützung.

Was wäre Euch wichtig? Was würdet Ihr Euch hier auf der Plattform wünschen?

Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam etwas aus dieser Möglichkeit hier machen und freue mich auf Einträge.

 

Viele liebe Grüße

 

Sunny

 

 

Link

Hallo zusammen,

diesen, wie ich finde sehr interessanten Link, habe ich zuföllig bei Spiegel online gesehen.

 

http://www.anorexie-heute.de/

 

Liebe Grüße

 

Sunny

Heute morgen beim Frühstück

….schaue ich aus dem Fenster und stelle mir die Frage:

“Hätte ich heute einen Wunsch frei, was würde ich mir wünschen?”

Und sofort habe ich eine Antwort: “Ich würde mich gerne eine Woche komplett ausklinken.”

Eure Wünsche????

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!

Sunny

Filmtipp

Ich bin heute auf die Ankündigung des Films “Stella – Kleine große Schwester” gestossen, der ab 24.09.15 in den Kinos anläuft. Bestimmt sehenswert!

 

Regis­seu­rin Sanna Len­ken beschäf­tigte sich schon bei ihrem letz­ten Kurz­film­bei­trag zur Ber­li­nale mit dem Thema Ess­stö­rung. Ihr ers­ter Spiel­film wurde bei der Ber­li­nale 2015 von der Kin­der­jury der Gene­ra­tion Kplus mit dem Glä­ser­nen Bär (Bes­ter Film) aus­ge­zeich­net. “Der Regis­seu­rin gelingt es, ein anspruchs­vol­les Thema mit viel Humor und Charme zu behan­deln und dabei gleich­zei­tig unan­ge­nehme Span­nun­gen und tief­sit­zende Gefühle zu ver­mit­teln,” so die Berlinale-Jury

 

www.stella-film.de

 

 

Ich wünsche Euch noch einen schönen Sonntag und eine gute neue Woche. Vielleicht hat jemand Lust, hier den Anfang mit einem ersten Beitrag zu starten :-)!?

 

Liebe Grüße

 

Sunny

 

 

Hallo, ich bin die Neue :-)

…..und ich möchte mich Euch gerne kurz vorstellen: weiblich, 41 Jahre (aber jung geblieben :-)), berufstätig als Chefassistentin und lebe in Süddeutschland.
Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, was ich hier als Bloggerin mache?
Auch wenn ich heute fest im Leben stehe, so habe ich viele Jahre mit Essstörung hinter mir. Die Magersucht begleitet mich immer noch, aber sie bestimmt meinen Alltag nicht mehr. Dazu haben Klinikaufenthalte und viele ambulante Therapiestunden gehört, die ich heute auch noch nutze. Ich möchte diesen Blog nach längerer Pause gerne wieder mit Leben füllen und hoffe, dass viele von Euch den Weg hierher finden und die Möglichkeiten des Blogs nutzen.
Ich freue mich auf viele Ideen, Wünsche, Beiträge, etc. von Euch und hoffe, dass viele Einträge ermutigen und unterstützend sein können.

Bitte habt Verständnis dafür, dass ich aufgrund meines Berufes anonym bleiben muss und ich hier unter einem Pseudonym schreibe.

Ich freue mich auf Euch,

viele Grüße

Sunny

ANAD e.V. mal aus einem anderen Blickwinkel – Ein Interview mit Stephanie Maier Dipl. Soz.Päd. (FH), Einrichtungsleitung TWG/BEW, Fachbeauftragte Sozialpädagogik

 Hallo liebe Leserinnen und Leser,

heute bekommt ihr einen ganz besonderen Einblick in die Arbeit von ANAD e.V. Hierzu dürfte ich Stephanie Maier (Sozialpädagogin bei ANAD e.V.) interviewen. Ich kenne Frau Maier selbst aus meiner Zeit als Klientin sehr gut und muss betonen, dass ich immer einen sehr guten Draht zu ihr hatte. Ihre sehr kompetente und offene Art hat es mir immer sehr leicht gemacht in Gruppentherapien oder beim gemeinsamen Kochen und Essen mich wohl zu fühlen. Deswegen freue ich mich sehr über dieses Interview:

1. Frau Maier wie lange arbeiten sie schon für Anad e.V. und was waren ihre Beweggründe um mit Esssgestörten arbeiten zu wollen?

Im Rahmen meines Studiums machte ich 2006 mein Jahrespraktikum bei ANAD, habe dann direkt im Anschluss als Nachtdienst gearbeitet und nach meinem Abschluss als Sozialpädagogin in der Pilotystraße begonnen. Dass ich zu ANAD kam, war eher Zufall, ich habe unseren Praktikumsordner an der FH durchforstet auf der Suche nach Einrichtungen der stationären Jugendhilfe und bin dabei auf ANAD gestoßen. Nachdem ich schon als Leiterin von Jugendgruppen mit der Thematik zu tun hatte, bewarb ich mich um die Praktikumsstelle und wurde zu meiner großen Freude auch (trotz Verspätung beim Vorstellungsgespräch) genommen :-)

 

2. Was macht ihnen an der Arbeit am meisten Spaß (und was bringt sie vielleicht manchmal an ihre Grenzen)?

Am meisten Spaß macht mit die direkte Arbeit mit den Klientinnen, das Beraten, Begleiten und Unterstützen und dass ich so viel teilhaben darf an den unterschiedlichsten Lebensentwürfen, Gedanken und Entwicklungen. Ich glaube, ich lerne mindestens so viel von meinen Klientinnen, wie sie von mir. Das klingt jetzt irgendwie pathetisch, ich meine es aber wirklich so. An meine Grenzen bringt mich manchmal die Bürokratie und meine eigene Ungeduld- das passt oft nicht so gut zusammen.



3. Was denken Sie ist das Besondere an Anad e.V. ?

Das Besondere an ANAD ist, dass wir immer versuchen, individuell auf die oder den Einzelnen einzugehen und keine Standardtherapie oder -beratung machen. Ich habe in meinen neun Jahren noch nie eine Klientin beraten, die -egal ob von ihrer Persönlichkeit oder aber von ihrer Essstörung her- so gewesen wäre, wie eine andere zuvor. Essstörungen sind so komplexe Erkrankungen, dass es mehr braucht als vorgefertigte Antworten oder klare Ablaufpläne, wichtig ist uns vor allem der Kontakt und die Beziehung zu den Betroffenen, um gemeinsam herauszufinden, was für sie hilfreich sein könnte und wie die gemeinsame Arbeit aussehen kann.

Erst am Freitag habe ich auf einer Fachtagung erfahren, dass es meist mehrere Jahre dauert, bis sich Betroffene an eine Einrichtung wenden. Zugleich verbessert eine kurze Spanne zwischen Erkrankungsbeginn und Beginn der Therapie die Behandlungserfolge enorm. Durch unser Onlineangebot möchten wir dazu beitragen, dass mehr Frauen und Männer, die an einer Essstörung leiden, den Mut fassen, sich ohne große Anforderungen und Verbindlichkeiten zu informieren und somit schneller die Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie so dringend benötigen.

 

4. Wie kann Anad auch Angehörigen von Betroffenen helfen?

In unseren Wohngruppen versuchen wir vor allem bei unseren jugendlichen Klientinnen die Eltern oder andere enge Bezugspersonen in die Therapie und Beratung mit einzubeziehen. Doch auch wenn die Betroffenen nicht bei uns wohnen, gibt es ein vielfältiges Angebot von Beratungen, Workshops und Seminaren für Angehörige. Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung wie belastend es für enge Bezugspersonen ist, scheinbar ohnmächtig dieser Krankheit gegenüberzustehen und möchten auch sie hierbei bestmöglich unterstützen. Genaueres hierzu finden Sie auf unserer Homepage.

 

5. Was denken Sie ist wichtig, um die Essstörung in den Griff zu bekommen? 

Schwierig das so pauschal zu beantworten, bei jedem hat die Essstörung ja eine andere Funktionalität. Grundsätzlich würde ich sagen, ist es wichtig, von beiden Seiten an das Problem heranzugehen. Also zum einen daran zu arbeiten wieder regelmäßig und ausreichend zu essen (egal bei welcher Diagnose ist das m.E. der Weg zum Ziel), zum anderen aber auch zu schauen, was sonst im Leben nicht passt oder was gerade durch die Essstörung aushaltbar gemacht wird und gemeinsam zu schauen, wie das verändert werden kann. Nur an einem der beiden Themen zu arbeiten fasst meiner Meinung nach zu kurz.

 

6. Können Sie kurz das Therapiekonzept von Anad erklären?

Unser Konzept zielt darauf ab, intensive Psycho- und Ernährungstherapie mit einer Wiedereingliederung in den Alltag zu verbinden. Der Vorteil besteht in erster Linie darin, Strategien, die in der Klinik erlernt wurden, im Alltag mit all seinen Anforderungen auf ihre Tauglichkeit zu erproben und ggf. zu modifizieren.

Für den Fall, dass dieses Setting für einzelne zu intensiv ist, bieten wir auch rein sozialpädagogisch betreute Wohngruppen und das Betreute Einzelwohnen an.

 

7. Was wollen Sie den Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben?

Die Bewältigung einer Essstörung ist ein langer Weg, aktuelle Studien sprechen von 5 +/- 2 Jahren. Das sind 5 Jahre, die nicht linear verlaufen, es gibt immer wieder Höhen und Tiefen. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Betroffene trauen, früher Unterstützung zu suchen und dass diejenigen, die seit Jahren kämpfen, nicht die Kraft oder Motivation verlieren und einen Rückfall als persönliches Scheitern sehen. Das ist im Verlauf einer Essstörungstherapie völlig normal und auch wenn es oft noch so aussichtslos erscheint, auch eine Essstörung ist heilbar, das sehe ich an vielen unserer Klientinnen.

Vielen lieben Dank an Frau Maier für dieses Interview. Ich denke ihr konntet einige neue Dinge über Anad e.V. erfahren und habt neue Anstöße bekommen, um die Bewältigung der Essstörung anzugehen. Bleibt am Ball……….!!!!

Bis bald

Eure Annika