Eine ins Leben (Rein ins Leben)

geschrieben von Laura Huber:

Hallo ihr Lieben :-)

Vor ein paar Tagen bin ich mit meiner Cousine in die Berge gefahren. Den Ausflug haben wir schon vor sehr langer Zeit geplant, als ich im Krankenhaus und auf der Suche nach Zielen war. Dann hat es zeitlich lange nicht geklappt- aber jetzt war es endlich so weit und wir sind an den Schliersee gefahren und haben eine Bergtour gemacht.

Auf der Heimfahrt kam im Radio ein Lied, das ich an dem Tag zum ersten Mal gehört habe. Es heißt „Eine ins Leben“ und hat in dem Moment perfekt zur Situation gepasst. Was ist wirklich wichtig im Leben? Ist es wirklich wichtig, „perfekt“ auszusehen, „perfekt“ zu sein? In dem Lied folgt auf die Frage, wo es hin geht die Antwort: „Eine ins Leben.“ Leben. Das ist doch das, worauf es ankommt. Kleidergröße, Gewicht, Kalorien- das ist doch nicht das, woran man denkt, wenn man das Wort „Leben“ hört. Woran denkt ihr denn als erstes, wenn ihr „Leben“ hört? An Sommer oder Winter? Lagerfeuer oder Tanzen? Was kommt euch als erstes in den Sinn?

Das Leben ist dazu da, gelebt zu werden. Und weil es an der Stelle so gut passt noch eine Zeile aus dem Lied: „Mach dir ´ne geile Zeit mit deine Leit!“ Ja. Du selber bist dafür verantwortlich, dass die Zeit gut wird. Und eigentlich ist doch jetzt der perfekte Zeitpunkt um damit anzufangen, oder nicht?! Die Zeit wartet, der Sommer kommt und dein Leben steht vor dir und wartet auf dich. Nimm es an und fahr „eine ins Leben“.

Ich wünsche euch viel Spaß, wenn ihr das Lied anhört und vor allem, wenn ihr selbst in euer Leben fahrt- so, wie es in dem Lied beschrieben wird :)

Liebe Grüße

Eure Laura

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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Annika Lausch und Andreas Schnebel bei Quarks & Co im WDR

* WICHTIG*

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

am 23.05.2017 um 21.00 Uhr im WDR die Sendung Quarks & Co zum Thema Ernährung und Essen einschalten. Ich wurde von einem Kamerateam begleitet und erzähle meinen Weg aus der Essstörung und berichte über meine Präventionsarbeit an Schulen im Rahmen des Theaterprojekts Food Diaries.

Dipl. Psych. Andreas Schnebel, der Geschäftsführer von ANAD e.V. wurde  auch zum Thema Essstörung befragt.

Also EINSCHALTEN am 23.05.2017 um 21.00 im WDR.

Wer keine Zeit hat kann sich den Beitrag natürlich auch in der ARD Mediathek anschauen.

Liebe Grüße und bis bald

Annika Lausch

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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Wenn Krallen fallen!

Liebe Blogleserinnen und Blogleser,

Heute möchte ich euch ein weiteres Gedicht von mir vorstellen. In “Wenn Krallen fallen” verarbeite ich meinen Weg aus der Essstörung und möchte damit aktuell Betroffenen Mut und Kraft schenken ihren Weg weiter zu gehen und nie den Glauben an sich selbst zu verlieren. Mit Mut und Energie ist es möglich sich von den “Krallen der Essstörung” zu befreien und eine ganz neue, lebendige Welt dahinter zu entdecken.

TRAUT EUCH UND FINDET EUER EIGENES LEBENSGLÜCK IN EUCH SELBST!

 

Wenn Krallen fallen

Lass los, lass dich fallen.

Fahr nicht aus deine Krallen

und halte dich an etwas fest,

was dich jeden Tag stresst.

Diese endlosen Gedanken

Tag für Tag,

die bringen dich ins Schwanken,

wer das schon mag?

 

Wie kam es eigentlich dazu,

dass ich mich festkrallen musste?

Das ist kein Clou,

weil ich schon immer wusste,

irgendwann hab ich keine Kontrolle

und bin vollkommen von der Rolle.

Irgendwann bin ich einsam

und weiß gar nicht mehr, wie ich da rein kam.

 

Verdammt, nun ist das so.

Ich renne jeden Tag auf`s Klo,

nachdem ich etwas gegessen hab.

So schaufle ich mir mein eigenes Grab.

 

Ich will hier raus aus diesem Albtraum.

Ich will hier raus aus diesem Zwang.

Gebt mir wieder einen Raum

oder auch einen Gang,

der mich zurück in s Leben führt,

der es schafft und mein Herz berührt,

der mich wieder fühlen lässt

und mich vergessen lässt den Rest

von dem was mich dort hin gebracht hat,

wo ich sonst keinen Halt mehr spürte.

Ich will zurück in meine Stadt,

weg von dem was meine Kehle schnürte.

 

Was brauche ich dazu?

Wie finde ich Mut?

Das lässt mir keine Ruh.

Ich will wieder sagen:”Mir geht´s gut!”

 

Ich weiß was du brauchst.

Es reicht, wenn du fauchst

und deine Krallen eingezogen lässt.

Dann geht auch das, was dich stresst.

Vielleicht fühlst du dich erst mal nicht gut.

Genau in diesem Moment brauchst du Mut,

um in DIR den Halt zu finden

und einen eigenen Pakt zu binden:

“Ich halte mich, das verspreche ich!

Ein Leben lang stehe ich zu mir,

ein Leben lang sehe ich ein WIR

zwischen meinem Körper und meiner Seele.

Ich bleibe mir treu, dass ich mich nicht mehr quäle!”

 

Jetzt lasse ich los, jetzt lasse ich mich fallen.

Nie mehr öffne ich meine Krallen.

Jetzt bin ich frei

und sage :”Hi…….

Liebes Leben, da bist du wieder,

jetzt sing ich endlich meine Lieder

von Freude, Lebensmut und Glück.”

Geworden ist dies mein Lieblingsstück.

Annika Lausch

 

Vielleicht könnt ihr das Ein oder Andere aus diesen Zeilen für euch selbst mitnehmen!

Bis bald

Eure “lebensglückliche” Annika

 

 

 

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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Leben und Mauern !

geschrieben von Laura Huber:

Leben und Mauern

 

Letzte Woche war ich auf einem Konzert von Will Varley. Das ist auch so eine Aktion, die ich mir während der Magersucht als Ziel überlegt habe. Die Texte, die Will Varley singt, gehen wirklich unter die Haut. Ich wollte über drei Lieder schreiben, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann, welches ich für den Artikel nehme und vielleicht spricht euch ja was davon an:

Das erste Lied heißt „King for a king“ . Das Lied in einem Wort zusammengefasst ist „Leben“ und es geht wirklich unter die Haut; mehr will ich dazu auch gar nicht schreiben. Ich glaube, bei jedem laufen dabei andere Bilder ab und deswegen: Hört es euch einfach selbst kurz an :)

Das nächste Lied heißt „Weddings and Wars“ und geht auch über das Leben. Der Titel zeigt schon den Widerspruch an sich – „Hochzeiten und Kriege“ und auch im Lied hört man die Textzeile „Birth, death, weddings and wars, that´s all we are good for.“ Das Leben ist so vielfältig und vielleicht wirkt der Inhalt im ersten Moment eher traurig. Aber ich finde, das Lied vermittelt auch eine zweite Seite. Es gibt Leid, aber es gibt auch Schönes. Zum dem Lied findet man auf Youtube auch ein schönes Video, vielleicht mag es sich der ein oder andere von euch ja anschauen.

 

Das letzte Lied heißt „To build a wall“. Ich kannte dieses Lied vor dem Konzert noch nicht und ich hatte von Anfang an Gänsehaut, als ich es letzte Woche gehört habe, deswegen wollte ich es unbedingt noch in den Artikel packen.  Es gibt viele verschiedene Arten von Mauern, aber wenn ich dieses Lied höre, denke ich an die Mauer, die wir um uns selbst bauen. Die Mauer, die kein Vertrauen ermöglicht und hinter der wir uns verstecken. Die Mauer, die wir gebaut haben, weil wir schlechte Erfahrungen gemacht haben. Hinter die wir niemanden schauen lassen, hinter der wir uns verstecken. Ich habe in der letzten Zeit immer mehr Steine aus meiner Mauer genommen und ich wünsche euch, dass ihr auch an den Punkt kommt, an dem ihr damit anfangt. Ganz werden wir unsere Mauern  vielleicht nie einreißen, aber müssen sie wirklich so hoch sein, dass wir keinen Menschen an uns lassen?

 

Vielleicht findet ihr in dem Artikel  was, das euch weiterhilft. Ich konnte mich dieses Mal einfach für keins der Themen entscheiden, weil ich alle drei Lieder unglaublich toll finde und finde, dass jedes eine tolle Botschaft trägt. Nehmt euch das daraus mit, das euch weiterhilft und euch berührt.

 

Liebe Grüße

Eure Laura

 

 

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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Lieder geben viel!

geschrieben von Laura Huber:

Hallo  :-)

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin in den letzten Wochen vor Weihnachten immer stark im Stress, weil so viele Prüfungen in der Schule sind. Trotzdem ist es wichtig, dass wir unser eigenes Leben und unsere Ziele für uns selbst nicht aus dem Blick verlieren. Deswegen habe ich mir überlegt, euch heute zwei Lieder vorzustellen. Vielleicht findet ihr abends mal ein paar ruhige Minuten, hört sie an und trinkt eine Tasse Tee und esst ein paar Kekse dazu und entspannt mal so richtig? Mich berühren beide Lieder sehr und mich haben beide in den letzten Monaten begleitet.

Das erste Lied ist mal wieder von Sarah Connor. Ich finde, man findet in ihren Texten so viel Wahres und so schöne Worte, dass ich euch nach „Anorak“ heute das Lied „Mit vollen Händen“ vorstellen will. Mich erinnert das Lied immer daran, dass wir alle oft viel zu negativ denken und dass wir alle unsere eigenen Ecken und Kanten haben. Aber gleichzeitig wird auch deutlich, dass das eben zu uns gehört. Das Lied zeigt uns wieder, dass sich das Leben dadurch auszeichnet, dass es Gutes und Schlechtes gibt und dass jeder auf seine eigene Art weiterkämpfen soll. Jeder hat Steine auf seinem Weg, aber deswegen sollen wir nicht aufhören, weiterzugehen und unser Leben leben. Am besten hört ihr euch das Lied selbst mal an- ich bin mir sicher, dass es euch auch irgendwie berührt und bestärkt, euren Weg ins Leben zurück zu suchen und zu gehen.  Das Leben ist mehr wert als Aufgeben.

Das zweite Lied heißt „Nothing stays the same“ und ist von Luke Sital-Singh (https://www.youtube.com/watch?v=bac03Zc0tfE). Ich habe von dem Sänger noch nie was gehört, bis mir letztes Jahr jemand, der mir sehr viel Halt gegeben hat von dem Lied erzählt hat. Mir hat das Lied von Anfang an gefallen. Ich höre es immer noch total gerne an, wenn es mir nicht gut geht. Das Leben spielt eben nicht so, wie wir es wollen und manchmal will man einfach nur weinen und traurig sein. Manchmal ist es das einzige, was gut tut; aber danach, erinnert dieses Lied daran, dass das Leben schön  sein kann, auch wenn Steine da sind und nichts gleich bleibt. Ich finde, man kann aus jeder einzigen Zeile in dem Lied so viel herausziehen, dass ich gar nicht mehr dazu schreibe, sondern euch einfach vorschlage, euch das Lied selbst anzuhören. Ich glaube, danach versteht ihr, was ich meine- viel besser, als ich es euch mit Worten umschreiben könnte :)

Ich wünsche euch, dass ich die Zeit findet, euch die Lieder anzuhören und dass sie in euch  auch etwas bewegen :-)

Gebt nicht auf!

Eure Laura

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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Hope is the thing with feahters

Hier ein weiterer Beitrag von Laura Huber:

Letzte Woche habe ich spontan Bodypump ausprobiert und es war wirklich cool. Zwischendurch  habe ich gedacht, dass es genauso richtig ist. Ich war glücklich, nicht wie letztes Jahr im Krankenhaus zu liegen und Bewegungsverbot zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass ich ein Jahr später Bodypump ausprobiere und mit einem gesunden Gewicht glücklich bin.

Wenn ich jetzt  die Wahl hätte, zwischen Hungern und Leben- ich würde das Leben nehmen. Wenn ich mich entscheiden müsste: ich würde nie mehr dahin zurück wollen, wo ich vor einem Jahr war. Das Leben ist so viel schöner.

Der Weg sieht schwierig aus. Aber man kann ihn gehen. Und  irgendwann lohnt es sich. Verliert die Hoffnung nicht, dass es sich lohnt zu kämpfen!  Auch, wenn man manchmal aufgeben will. Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.

Wenn man nach einem Wettlauf ins Ziel kommt, ist man zwar erschöpft, aber glücklich, weil man es geschafft hat. Habt ihr schon mal ein Wettlaufen gemacht? Wann wart ihr das letzte Mal wirklich glücklich? Wann habt ihr das letzte Mal das Leben gefühlt?

Ich wollte euch mit auf den Weg geben, dass kämpfen und dran bleiben sich wirklich lohnt. Mir ist letzte Woche wieder bewusst geworden, wie viele Chancen das Leben bietet, mit denen man vorher nie gerechnet hat.

Gebt dem Leben eine Chance!

 

“Hope” is the thing with feathers -

That perches in the soul -

And sings the tune without the words -

And never stops – at all -

 

And sweetest – in the Gale – is heard -

And sore must be the storm -

That could abash the little Bird

That kept so many warm -

 

I’ve heard it in the chillest land -

And on the strangest Sea -

Yet – never – in Extremity,

It asked a crumb – of me.

 

(Emiliy Dickinson)

 

Jedem Anfang liegt ein Zauber inne!

Liebe Grüße

Eure Laura

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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Eine WG-Besichtigung bei ANAD e.V.

Laura Huber (16):

Letzten Donnerstag habe ich eine Wohngruppe von ANAD in München besucht. Zuerst habe ich mich mit Herrn Schnebel über die Entstehung und Geschichte von ANAD unterhalten und anschließend hat mir Frau Stawowski, eine Sozialpädagogin, die WG gezeigt. In diesem Beitrag möchte ich euch meine Eindrücke schildern und die Wohngruppe ein bisschen beschreiben:

In der WG wohnen Mädchen, die an einer Essstörung erkrankt sind, aber einen BMI über 16 haben. Die ersten 6 Wochen ist man zur Probe dort, so kann man zum Beispiel austesten, wie man mit dem Heimweh umgehen kann und ob man überhaupt in die Gruppe passt. Die Bewohnerinnen gehen zur Schule oder machen eine Ausbildung und wohnen in einer WG, in der sie von Therapeuten und Sozialpädagogen betreut werden. Pro Woche gibt es zwei Einzeltherapiestunden, dazu beispielsweise eine Ernährungstherapiegruppe. An 2 Wochenenden im Monat kann man nach Hause fahren oder alternativ in der WG bleiben.

Neben einem Wohnzimmer, einer Küche mit Essbereich und einem Fernsehraum gibt es auch eine große  Dachterrasse. Die Mädchen teilen sich zu zweit ein Zimmer, das sie selbst dekorieren und gestalten dürfen. Die WG ist sehr groß und hell und ist wirklich sehr schön gestaltet. Besonders gefallen hat mir, dass es in der WG auch die Möglichkeit gibt, Klavier zu spielen oder sein eigenes Instrument mitzubringen. Regelmäßig finden gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Ausflüge in den Englischen Garten, oder Kinobesuche statt. Am Abend finden oft gemeinsame Spiele- oder DVD- Abende statt; man kann sich in der Zeit aber auch zurückziehen und in seinem Zimmer bleiben. Vor kurzem erst haben die Mädchen gemeinsam den Fernsehraum neu gestrichen und aktuell wird ein kleiner Urlaub für die Sommerferien geplant. Die Bewohnerinnen übernehmen im Haushalt Verantwortung, indem sie jede Woche einen anderen Dienst übernehmen, kümmern sich aber auch um das Einkaufen von Lebensmitteln, die sie in einem eigenen Schrank in der Küche aufbewahren. Als ich in der WG zu Besuch war, war es dort sehr leer, weil einige Mädchen unterwegs waren, was zeigt, dass man dort in keinem Fall  „eingesperrt“ ist, sondern die Möglichkeit hat, Hobbys nachzugehen oder Freunde zu treffen.  Ein Punkt, der von einer WG abhalten könnte, ist das Zusammensein mit so vielen anderen  Mädchen, die an einer Essstörung leiden, weil man sich in einigen Momenten sicher gegenseitig runterzieht. Dieses Thema habe ich auch mit Frau Stawowski besprochen. Im Endeffekt kann man immer und überall mit Essstörungen konfrontiert werden- aber man muss in jedem Fall lernen, sich abzugrenzen und aufhören, sich zu vergleichen .Deshalb sollte man das Zusammenleben mit anderen Patienten nicht als Hindernis sehen, sondern als Chance um sich abzugrenzen und zu sich selbst zu finden.

Das Leben in der Wohngruppe ist viel lockerer und abwechslungsreicher, als ich es mir vorgestellt habe und die vielen gemeinsamen Aktivitäten innerhalb der Gruppe machen den Alltag sicher viel lebhafter und schöner. ANAD bietet alle 2 Wochen Informationsveranstaltungen an, um sich Mädchen, die überlegen in eine solche Wohngruppe zu ziehen, vorzustellen. Weil jeder sicher Fragen im Rahmen seiner Überlegungen hat und sich das Ganze vielleicht auch schlecht vorstellen kann, finde ich diese Veranstaltungen sehr hilfreich und würde jedem empfehlen, diese zu besuchen, weil man vor Ort ein ganz anderes und wirklich positives Bild bekommt.

Abschließend möchte ich mich noch bei Herrn Schnebel und Frau Stawowski bedanken, die sich am Donnerstag Zeit für mich genommen haben und mir die WG vorgestellt haben!

Eure Laura

 

 

 

 

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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You were created for purpose. And no it´s not to be size 0.

Geschrieben von Laura Huber:

Hallo,

Nachdem hier schon lange nichts mehr geschrieben wurde, möchte ich für den Blog schreiben.  Mir hat es viel geholfen, von anderen zu lesen und ich fand es schade, als hier so lange nichts mehr geschrieben wurde. Ich möchte über das Schreiben, was mir geholfen hat und zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen.

Aber erst möchte ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Laura und bin 16 Jahre. Vor einem halben Jahr hätte ich nie gedacht, dass ich so leben kann, wie ich es mittlerweile tue. Damals war ich in einem Kinderkrankenhaus, weil mein Herz nicht mehr schnell genug schlagen konnte. Während meinem Aufenthalt dort hatte ich Begegnungen mit Menschen, die mich sehr bewegt haben. Ich glaube, es waren viele kleine Steine, die ich von der Woche an gefunden habe und aus denen ich mir meinen Weg zurück ins Leben gelegt habe. Als ich wieder nach Hause durfte habe ich mich gegen einen längeren Klinikaufenthalt in einer speziellen Klinik für Essstörungen entschieden, weil ich gespürt habe, dass ich den weiteren Weg zu Hause schaffen kann. Es war trotzdem sehr schwer- aber ich wollte von da an gesund werden und hatte von vielen Menschen Rückhalt.

„Du bist so viel mehr wert als diese Zahl auf der Waage. Reduziere dich nicht auf diese Zahl- DU bist wichtig.“, hat jemand vor einem halben Jahr zu mir gesagt und jetzt will diese Worte an euch geben. Ihr seid wirklich mehr wert- und vor allem seid ihr wichtig und nicht die Essstörung. Am Anfang ist es schwer, das wirklich zu glauben. Trotzdem ist mein Vorschlag: Warum setzt ihr euch nicht ein paar Minuten nach draußen in die Sonne und lasst euch diese Worte durch den Kopf gehen; ihr seid mehr wert und ihr seid wichtig, auch wenn ihr das im ersten Moment nicht sehen könnt. Ihr seid  mehr wert!

Eure Laura

 

PS: Danke Laura für deinen ersten Beitrag!

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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ANAD e.V. mal aus einem anderen Blickwinkel – Ein Interview mit Stephanie Maier Dipl. Soz.Päd. (FH), Einrichtungsleitung TWG/BEW, Fachbeauftragte Sozialpädagogik

 Hallo liebe Leserinnen und Leser,

heute bekommt ihr einen ganz besonderen Einblick in die Arbeit von ANAD e.V. Hierzu dürfte ich Stephanie Maier (Sozialpädagogin bei ANAD e.V.) interviewen. Ich kenne Frau Maier selbst aus meiner Zeit als Klientin sehr gut und muss betonen, dass ich immer einen sehr guten Draht zu ihr hatte. Ihre sehr kompetente und offene Art hat es mir immer sehr leicht gemacht in Gruppentherapien oder beim gemeinsamen Kochen und Essen mich wohl zu fühlen. Deswegen freue ich mich sehr über dieses Interview:

1. Frau Maier wie lange arbeiten sie schon für Anad e.V. und was waren ihre Beweggründe um mit Esssgestörten arbeiten zu wollen?

Im Rahmen meines Studiums machte ich 2006 mein Jahrespraktikum bei ANAD, habe dann direkt im Anschluss als Nachtdienst gearbeitet und nach meinem Abschluss als Sozialpädagogin in der Pilotystraße begonnen. Dass ich zu ANAD kam, war eher Zufall, ich habe unseren Praktikumsordner an der FH durchforstet auf der Suche nach Einrichtungen der stationären Jugendhilfe und bin dabei auf ANAD gestoßen. Nachdem ich schon als Leiterin von Jugendgruppen mit der Thematik zu tun hatte, bewarb ich mich um die Praktikumsstelle und wurde zu meiner großen Freude auch (trotz Verspätung beim Vorstellungsgespräch) genommen :-)

 

2. Was macht ihnen an der Arbeit am meisten Spaß (und was bringt sie vielleicht manchmal an ihre Grenzen)?

Am meisten Spaß macht mit die direkte Arbeit mit den Klientinnen, das Beraten, Begleiten und Unterstützen und dass ich so viel teilhaben darf an den unterschiedlichsten Lebensentwürfen, Gedanken und Entwicklungen. Ich glaube, ich lerne mindestens so viel von meinen Klientinnen, wie sie von mir. Das klingt jetzt irgendwie pathetisch, ich meine es aber wirklich so. An meine Grenzen bringt mich manchmal die Bürokratie und meine eigene Ungeduld- das passt oft nicht so gut zusammen.



3. Was denken Sie ist das Besondere an Anad e.V. ?

Das Besondere an ANAD ist, dass wir immer versuchen, individuell auf die oder den Einzelnen einzugehen und keine Standardtherapie oder -beratung machen. Ich habe in meinen neun Jahren noch nie eine Klientin beraten, die -egal ob von ihrer Persönlichkeit oder aber von ihrer Essstörung her- so gewesen wäre, wie eine andere zuvor. Essstörungen sind so komplexe Erkrankungen, dass es mehr braucht als vorgefertigte Antworten oder klare Ablaufpläne, wichtig ist uns vor allem der Kontakt und die Beziehung zu den Betroffenen, um gemeinsam herauszufinden, was für sie hilfreich sein könnte und wie die gemeinsame Arbeit aussehen kann.

Erst am Freitag habe ich auf einer Fachtagung erfahren, dass es meist mehrere Jahre dauert, bis sich Betroffene an eine Einrichtung wenden. Zugleich verbessert eine kurze Spanne zwischen Erkrankungsbeginn und Beginn der Therapie die Behandlungserfolge enorm. Durch unser Onlineangebot möchten wir dazu beitragen, dass mehr Frauen und Männer, die an einer Essstörung leiden, den Mut fassen, sich ohne große Anforderungen und Verbindlichkeiten zu informieren und somit schneller die Hilfe und Unterstützung bekommen, die sie so dringend benötigen.

 

4. Wie kann Anad auch Angehörigen von Betroffenen helfen?

In unseren Wohngruppen versuchen wir vor allem bei unseren jugendlichen Klientinnen die Eltern oder andere enge Bezugspersonen in die Therapie und Beratung mit einzubeziehen. Doch auch wenn die Betroffenen nicht bei uns wohnen, gibt es ein vielfältiges Angebot von Beratungen, Workshops und Seminaren für Angehörige. Wir wissen aus jahrelanger Erfahrung wie belastend es für enge Bezugspersonen ist, scheinbar ohnmächtig dieser Krankheit gegenüberzustehen und möchten auch sie hierbei bestmöglich unterstützen. Genaueres hierzu finden Sie auf unserer Homepage.

 

5. Was denken Sie ist wichtig, um die Essstörung in den Griff zu bekommen? 

Schwierig das so pauschal zu beantworten, bei jedem hat die Essstörung ja eine andere Funktionalität. Grundsätzlich würde ich sagen, ist es wichtig, von beiden Seiten an das Problem heranzugehen. Also zum einen daran zu arbeiten wieder regelmäßig und ausreichend zu essen (egal bei welcher Diagnose ist das m.E. der Weg zum Ziel), zum anderen aber auch zu schauen, was sonst im Leben nicht passt oder was gerade durch die Essstörung aushaltbar gemacht wird und gemeinsam zu schauen, wie das verändert werden kann. Nur an einem der beiden Themen zu arbeiten fasst meiner Meinung nach zu kurz.

 

6. Können Sie kurz das Therapiekonzept von Anad erklären?

Unser Konzept zielt darauf ab, intensive Psycho- und Ernährungstherapie mit einer Wiedereingliederung in den Alltag zu verbinden. Der Vorteil besteht in erster Linie darin, Strategien, die in der Klinik erlernt wurden, im Alltag mit all seinen Anforderungen auf ihre Tauglichkeit zu erproben und ggf. zu modifizieren.

Für den Fall, dass dieses Setting für einzelne zu intensiv ist, bieten wir auch rein sozialpädagogisch betreute Wohngruppen und das Betreute Einzelwohnen an.

 

7. Was wollen Sie den Leserinnen und Lesern mit auf den Weg geben?

Die Bewältigung einer Essstörung ist ein langer Weg, aktuelle Studien sprechen von 5 +/- 2 Jahren. Das sind 5 Jahre, die nicht linear verlaufen, es gibt immer wieder Höhen und Tiefen. Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Betroffene trauen, früher Unterstützung zu suchen und dass diejenigen, die seit Jahren kämpfen, nicht die Kraft oder Motivation verlieren und einen Rückfall als persönliches Scheitern sehen. Das ist im Verlauf einer Essstörungstherapie völlig normal und auch wenn es oft noch so aussichtslos erscheint, auch eine Essstörung ist heilbar, das sehe ich an vielen unserer Klientinnen.

Vielen lieben Dank an Frau Maier für dieses Interview. Ich denke ihr konntet einige neue Dinge über Anad e.V. erfahren und habt neue Anstöße bekommen, um die Bewältigung der Essstörung anzugehen. Bleibt am Ball……….!!!!

Bis bald

Eure Annika

Annika Lausch

Name: Lausch, Annika – Alter: 28 – Wohnort: München – Beruf aktuell: Studentin der sozialen Arbeit an der KSFH München – Zuvor: Leistungssportlerin im Rudern (2-fache deutsche Meisterin, 3 WM-Teilnahmen), danach Kommissaranwärterin bei der bayrischen Polizei, danach Fitness- und Personaltrainerin und Rudertrainerin – Über die Krankheit: seit 2007 Sportsucht/Bulimie – 3 Klinikaufenthalte seit März 2013 bei Anad als Klientin seit fast 2 Jahren stabiles und gesundes Essverhalten – Hobbies: Musik und Tanzen, Wassersport und Sonnenbaden

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