Die kleinen Dinge des Lebens

Ich glaube, manchmal machen wir uns viel zu viele Gedanken über Dinge, die doch eigentlich gar nicht zählen.

Manchmal denke ich daran zurück, wie es war, mit einer Essstörung zu leben. Jeden Tag diese Gedanken ans Essen, das ewige Kalorienzählen, jeden Morgen das Ritual auf der Waage… Wie wichtig mir das damals alles war, kann ich heute nur schwer nachvollziehen. Zahlen bedeuteten die Welt für mich. Und zu viele Zahlen waren der Weltuntergang. 100 Gramm mehr auf der Waage, 50 Kalorien zu viel in der Tagesbilanz – eine Katastrophe!

Laura Pape

Laura wurde 1993 in Hannover geboren und wohnt bis heute in der Region. Mit siebzehn Jahren rutschte sie in die Magersucht. Nachdem ihr Gewicht schon drastisch gesunken war, konnte ihre Mutter nicht mehr weiter hilflos zusehen und brachte Laura in eine Klinik. Dort schaffte sie es, innerhalb von sechs Monaten dank guter Unterstützung wieder ein normales Gewicht zu erreichen und die Blockade vor dem Essen aus ihrem Kopf zu verbannen. Richtig gesund wurde sie aber erst Zuhause nach der Entlassung. Ein paar anfänglichen Rückfällen folgte der Gedanke an ein fröhliches, unbeschwertes Leben - welches nur möglich sein konnte, wenn sie ihr Problem mit dem Essen in den Griff bekam. Also packte Laura all ihren Mut zusammen und überwand sich immer häufiger zum Essen, trotzte der Anzeige der Waage, die mit der Zeit etwas stieg und behielt ihr Ziel von einem gesunden Leben vor Augen. Bis sich dieser Traum verwirklichte. Laura schrieb ihre Geschichte auf und veröffentlichte das Buch "Lebenshungrig - Mein Weg aus der Magersucht", das anderen Betroffenen Mut machen soll und bereits in der dritten Auflage ist. Heute verschwendet sie keine Gedanken mehr ans Abnehmen und isst, worauf sie Lust hat, ohne den Kalorien Beachtung zu schenken. Weil das Leben viel zu viel wert ist, um es für eine Essstörung ungelebt zu lassen.

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